Unternehmen Glück

Am 10. Juni 2017 war ich Gast, einmal nicht Referent, auf einem Workshop. Initiiert durch den Bund Katholischer Unternehmer und organisiert durch Yunel in Kooperation mit McKinsey ging es um nachhaltige Führung, persönliche Wirksamkeit und die richtigen Prioritäten im eigenen Leben. Als jemand, der in der Theologie der Spiritualität bewandelt ist, erstaut es mich immer wieder, wie groß die Schnittmengen zwischen modernen und auf Langfrist angelegten Führungsverständnissen und Ansätzen aus der Spiritualitätsgeschichte zur eigenen Lebensführung sind. Grundsätzliche Intentionen mögen unterschiedlich sein (wozu wirksam sein?), aber ohne ideologische Scheuklappen sind die Ansätze ganz ähnlich. Ob der Ansatz von Centered Leadership  oder die 5 Prioritäten von P. Franz Jalics SJ,  viele Botschaften decken sich.

 

Wertekodex & Kulturdialoge: Zwei neue Fachaufsätze zum Profil konfessioneller Gesundheitseinrichtungen online!

Im August 2016 erscheint im Lambertus-Verlag das Fachbuch „Christliche Organisationskultur prägen“, herausgegeben von Paul Hüster, Hans Hobelsberger und Andreas Hellwig und kann hier vorbestellt werden. Teil des Buches sind zwei praxisrelevante Artikelvon mir zur Profilschärfung konfessioneller Gesundheitskonzerne:

  • „Sich neu (er-)finden: der Augustinus-Kodex und die Wertekultur. Praxisbericht einer Wertekampagne“ Hier wurden die Erfahrungen gebündelt, wie durch  die Etablierung eines bereichsübergreifenden Wertekodex das christliche Profil im Alltag der katholischen St. Augustinus-Kliniken stärker erfahrbar gemacht werden konnte.
  • „Anforderungen an die mitarbeiterorientierte Entwicklung eines christlichen Profils am Beispiel des Instruments der Kulturdialoge“ Zur Unterstützung von einzelnen Unternehmensteilen beim Zusammenwachsen nach einer Fusion und als Grundlage zu einem späteren Leitbildprozess bieten sich Kulturdialoge an. Die Erfahrungen am Katholischen Klinikum Oberhausen damit werden hier kurz beleuchtet.

Sowohl der Artikel zum  Wertekodex an den Augustinus Kliniken als auch der zu den  Kulturdialogen am Kath. Klinikum in Oberhausen sind als Vorabdruckfahne im Volltext passwortgeschützt verfügbar.

Christliche Organisationskultur prägen

Im August 2016 erscheint der von Paul Hüster, Hans Hobelsberger und Andreas Hellwig  herausgegebene Sammelband zur Profilschärfung im kirchlichen Sozial- und Gesundheitswesen. Enthalten sein werden dort auch zwei Beiträge von mir. Vorbestellt werden kann das Buch übrigens hier.

“Diese Wirtschaft tötet” – Diskussionsabend von BKU und AEU

Am 15. Juni 2016 veranstaltet der Bund katholischer Unternehmer (BKU) und der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer (AEU) einen Vortrags- und Diskussionsabend zur Globalisierung. Das bekannte Zitat von Papst Franziskus wurde dem Abend vorangestellt. Ich werde die Moderation von einer der 4 Arbeitsgruppen übernehmen. Dabei geht es um die Frage „Hat die Globalisierung unser Leben in Deutschland bzw. in der Welt verbessert?“ Herzliche Einladung!

“Rent your Prof” – mit Wirtschaftsethik in der Schule

Am 26. Januar hat mich das Gymnasium Nord-Ost in Essen eingeladen, im Rahmen der FOM-Initiative “Rent your Prof” zwei Schulstunden Hochschulatmosphäre in zwei Abiturkurse zu bringen. Zwei Erwartungen habe ich direkt enttäuscht: Kein alter Mann mit grauem Bart und auch keine Antworten auf all die vorbereiteten Fragen. Ich habe den Spieß einfach umgedreht und selbst Fragen formuliert oder die vorgeschlagenen Lösungen direkt wieder kritisiert.

Mir ging es nicht um eine Predigt für die Vorteile eines ethisches Lebens mit einem eventuellen Fensterplatz im Himmel zur Belohnung, sondern um vier Thesen, die ich veranschaulichen wollte:

  • Jede Konsumentscheidung ist auch eine ethische Entscheidung, da kann sich niemand von uns aus der Verantwortung nehmen. Und die Konsequenzen zu bewerten, das ist gar nicht so einfach: Ist es richtig, gebrauchte Kleidung in den Sammelcontainer des Roten Kreuzes zu werfen? Was wird dann eigentlich damit gemacht?
  • Ethisch bewusst zu handeln, das erfordert einen genauen Blick, denn genau wie wir Konsumenten, kommen auch die Produzenten nicht immer ihrer Verantwortung nach: Die Aussage von Katjes z. B. ihr Naschwerk enthalte kein Fett, ist zwar richtig, grenzt aber trotzdem an Verbrauchertäuschung. Und wenn Einzelhändler keine Bio-Produkte ins Regal stellen, können wir diese nur mit Zusatzaufwand kaufen.
  • Vertrauen ist ein zentraler Unternehmenswert, der schwer aufgebaut, aber leicht verspielt werden kann. Diskutiert haben wir das an der Frage, warum Volkswagen nach der Dieselaffäire zig Milliarden Euro an Börsenwert verloren hat, wobei es doch eigentlich nur um Details bei den Abgaswerten geht, die die meisten Kunden eh nicht interessieren.
  • Kurzfristig mag unethisches Verhalten sich oft auszahlen, langfristig sieht die Rechnung aber oftmals anders aus. Am Beispiel des Verkaufes von Gasturbinen eines deutschen Unternehmens in einen korruptionsgeplagten Staat sind wird der Frage nachgegangen, ob hier Schwarzgeld gut angelegt ist, weil es alle anderen ja auch machen. Spätestens als allen klar war, wie erpressbar man sich bei einem späteren Karrieresprung bei den eigenen Mitarbeitern macht, kippte die Überzeugung.

Wenn die Schülerinnen und Schüler mitgenommen haben, dass Wirtschaftsethik viel mit Nachdenken und Hinterfragen zu tun hat, dann bin ich ganz zufrieden mit dem Vormittag.