Unternehmen Glück

Am 10. Juni 2017 war ich Gast, einmal nicht Referent, auf einem Workshop. Initiiert durch den Bund Katholischer Unternehmer und organisiert durch Yunel in Kooperation mit McKinsey ging es um nachhaltige Führung, persönliche Wirksamkeit und die richtigen Prioritäten im eigenen Leben. Als jemand, der in der Theologie der Spiritualität bewandelt ist, erstaut es mich immer wieder, wie groß die Schnittmengen zwischen modernen und auf Langfrist angelegten Führungsverständnissen und Ansätzen aus der Spiritualitätsgeschichte zur eigenen Lebensführung sind. Grundsätzliche Intentionen mögen unterschiedlich sein (wozu wirksam sein?), aber ohne ideologische Scheuklappen sind die Ansätze ganz ähnlich. Ob der Ansatz von Centered Leadership  oder die 5 Prioritäten von P. Franz Jalics SJ,  viele Botschaften decken sich.

 

Zu Gast beim Gründer- und Unternehmerforum der sdw in Berlin

Als Alumnus des Studienförderprogramms der Stiftung der dt. Wirtschaft war ich am 1.-2. Oktober 2016 Gast auf dem Gründer- und Unternehmerforum des sdw-Alumni-Vereins in Berlin. Mit erster Gründererfahrung ergaben sich spannende Netzwerkmöglichkeiten in die Berliner-Start-up-Szene. Beeindruckt hat mich die Umtriebigkeit der Teilnehmer, die alle mindestens eine Geschäftsidee vorantreiben: Es scheint, als hätte der Job als Start-up-Entrepreneur in Berlin für begabte und engagierte  BWL-Absolventen heute durchweg mehr Attraktivität als der eines Frankfurter Investmentbankers oder eines Münchner Unternehmensberaters.  In Gesprächen geht es immer um die verkrustete Industrie und die Chancen neuer Geschäftsmodelle, gerade mit digitalem Rückgrat. Auch wenn von den ca. 100 Teilnehmern der Statistik folgend 90 mit ihrer Idee scheitern werden, werden  dennoch 10 Firmen, die wirtschaftlich nachhaltig Impulse setzen.

Strategietag mit einer Stiftung der Entwicklungszusammenarbeit

Für JusticeF, eine Stiftung, die Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt und dabei den Gedanken von social business vorantreiben will, habe ich am 17. April 2016 einen Strategietag mit dem Stiftungskuratorium gestaltet. Gemeinsam haben wir an der zukünftigen Ausrichtung und Aufstellung der Stiftung gearbeitet. Einen kurzen Bericht zu dem Workshop und weitere Infos zu JusticeF erhalten Sie hier.

 

“Diese Wirtschaft tötet” – Diskussionsabend von BKU und AEU

Am 15. Juni 2016 veranstaltet der Bund katholischer Unternehmer (BKU) und der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer (AEU) einen Vortrags- und Diskussionsabend zur Globalisierung. Das bekannte Zitat von Papst Franziskus wurde dem Abend vorangestellt. Ich werde die Moderation von einer der 4 Arbeitsgruppen übernehmen. Dabei geht es um die Frage „Hat die Globalisierung unser Leben in Deutschland bzw. in der Welt verbessert?“ Herzliche Einladung!

Fail fast, fail cheap! – Auch Scheitern will gelernt sein

Für einen Gastvortrag war ich am 30.01.16 im MBA-Kurs zu “International Entrepreneurship” von Stefan Heinemann zu Gast. Eigentlich kann ich akademisch gesehen zu dem Thema nicht viel sagen, aber ich habe Erfahrung darin, wann und wie man bei einem Start-up richtig die Reißleine zieht.

Im Jahr 2013 habe ich mit zwei guten Freunden die Firma “Daily Duty” gegründet. Online haben wir Toilettenpapier verkauft. Ethisch einwandfrei, das war unser Kundenversprechen: “Die Spendenrolle von DailyDuty -Verantwortungsbewusstes Toilettenpapier für ein gutes Gewissen am Ende der Nahrungskette”. Die Geschäftsidee war grundsätzlich ganz gut und hatte Charme. [PDF]

Trotzdem hat sich nicht der Erfolg eingestellt, den wir uns erhofft hatten. An manchen Ecken war unser Geschäftsmodell einfach nicht durchdacht, an manchen Stellen hätten wir auch einfach mehr Engagement zeigen sollen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ein knappes Jahr nach dem Start haben wir alles für einen recht kleinen Betrag an den Biohof einer Freundin verkauft, aber auch dort ist die Idee nicht groß geworden. Im Rückblick war unser Startup-Ausflug eine doch recht günstige Erfahrung, Investitionen in Zeit und Geld hielten sich in Grenzen, getreu der goldenen Regel der Unternehmensgründung: “Fail fast, fail cheap!”

Aus der Perspektive kann ich Studierenden doch einiges über Unternehmensgründung erzählen, auch wenn ich kein florierendes Kleinunternehmen mein Eigen nenne. Zusammen danach zu suchen, warum etwas schief gegangen ist, kann ganz lehrreich und unterhaltsam sein. Es verwundert ja auch nicht, dass mit Fuckup Nights 2012 eine weltweite Bewegung entsteht, in der junge Gründer selbstbewusst über ihre gescheiterten Unternehmensgründungen berichten: Eine “Kultur des Scheitern” als Grundlage für Erfolg.

“Rent your Prof” – mit Wirtschaftsethik in der Schule

Am 26. Januar hat mich das Gymnasium Nord-Ost in Essen eingeladen, im Rahmen der FOM-Initiative “Rent your Prof” zwei Schulstunden Hochschulatmosphäre in zwei Abiturkurse zu bringen. Zwei Erwartungen habe ich direkt enttäuscht: Kein alter Mann mit grauem Bart und auch keine Antworten auf all die vorbereiteten Fragen. Ich habe den Spieß einfach umgedreht und selbst Fragen formuliert oder die vorgeschlagenen Lösungen direkt wieder kritisiert.

Mir ging es nicht um eine Predigt für die Vorteile eines ethisches Lebens mit einem eventuellen Fensterplatz im Himmel zur Belohnung, sondern um vier Thesen, die ich veranschaulichen wollte:

  • Jede Konsumentscheidung ist auch eine ethische Entscheidung, da kann sich niemand von uns aus der Verantwortung nehmen. Und die Konsequenzen zu bewerten, das ist gar nicht so einfach: Ist es richtig, gebrauchte Kleidung in den Sammelcontainer des Roten Kreuzes zu werfen? Was wird dann eigentlich damit gemacht?
  • Ethisch bewusst zu handeln, das erfordert einen genauen Blick, denn genau wie wir Konsumenten, kommen auch die Produzenten nicht immer ihrer Verantwortung nach: Die Aussage von Katjes z. B. ihr Naschwerk enthalte kein Fett, ist zwar richtig, grenzt aber trotzdem an Verbrauchertäuschung. Und wenn Einzelhändler keine Bio-Produkte ins Regal stellen, können wir diese nur mit Zusatzaufwand kaufen.
  • Vertrauen ist ein zentraler Unternehmenswert, der schwer aufgebaut, aber leicht verspielt werden kann. Diskutiert haben wir das an der Frage, warum Volkswagen nach der Dieselaffäire zig Milliarden Euro an Börsenwert verloren hat, wobei es doch eigentlich nur um Details bei den Abgaswerten geht, die die meisten Kunden eh nicht interessieren.
  • Kurzfristig mag unethisches Verhalten sich oft auszahlen, langfristig sieht die Rechnung aber oftmals anders aus. Am Beispiel des Verkaufes von Gasturbinen eines deutschen Unternehmens in einen korruptionsgeplagten Staat sind wird der Frage nachgegangen, ob hier Schwarzgeld gut angelegt ist, weil es alle anderen ja auch machen. Spätestens als allen klar war, wie erpressbar man sich bei einem späteren Karrieresprung bei den eigenen Mitarbeitern macht, kippte die Überzeugung.

Wenn die Schülerinnen und Schüler mitgenommen haben, dass Wirtschaftsethik viel mit Nachdenken und Hinterfragen zu tun hat, dann bin ich ganz zufrieden mit dem Vormittag.